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Servus mitnander,
dass das Modehaus Wöhrl (früher: "weltoffen") ausgerechnet in diesen Tagen mit dem Spruch "Das Leben ist wunderbar" wirbt, ist irgendwie auch wunderbar. Es erinnert an die armen Funkkollegen, die an tristen Wintermontagen frühmorgens am Mikro sitzen, um übermüdeten Geringverdienern ein bisschen Arbeitsmotivation zu übermitteln. Bei den Modehausmitarbeitern in Langwasser oder Roth dürfte das freilich gegenwärtig kaum helfen.
Dennoch: lieber weltoffen als arschoffen:                                         Peter Viebig

Ein bisschen Spaß muss sein
Der hier bereits ausführlich erwähnte Poolschlitzer von Münnerstadt (Kreis Bad Kissingen) ist gefasst worden. Sieben Jahre fahndete die Polizei (wobei es eigentlich nur ein einziger Beamter war) nach dem Übeltäter, der in Unterfranken insgesamt 47 Plastikschwimmbecken zerstach. Über das Motiv wurde seit 2009 gerätselt. War er aus der Branche? Erhoffte er sich Aufträge? Konnte er vielleicht nicht schwimmen? Jetzt gibt es eine Antwort: Es war nur Spaß.
Kein Wort zur flüssigen Kunst
Auch eine andere hier promotete Geschichte kann als erledigt betrachtet werden: Das Verfahren gegen die 90-jährige Kunstliebhaberin, die ein an der Wand hängendes  Kreuzworträtsel im Nürnberger Neuen Museum gelöst hatte, wurde eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hat sich allerdings leider nicht auf eine Diskussion darüber eingelassen, ob es zum Wesen der Fluxuskunst gehört, dass sie vom Betrachter verändert wird. Stattdessen hat sie einfach auf den geringen Schaden verwiesen.
Leben in der Isolation
Es erinnert ein bisschen an Natascha Kampusch. Aber auch an Kaspar Hauser, der seine Kindheit allein in einem dunklen Raum bei Wasser und Brot verbracht haben soll und dann am Nürnberger Unschlittplatz aufgegriffen wurde. In Freienfels, einem Ortsteil von Hollfeld,  wurde ein 43-Jähriger entdeckt, der im Haus seiner Eltern völlig isoliert von der Außenwelt gelebt hat. Im Ort wusste  man offenbar von dem Fall, schwieg aber. Erst ein Zugereister brachte die Ordnungskräfte auf die Spur des Dorfphantoms. In Franken komme sowas nicht oft vor, meinte ein ziemlich fassungsloser Polizeisprecher. Also höchstens alle 200 Jahre...
Die Protestanten und der braune Mob
Auch woanders wurde jahrzehntelang geschwiegen. Im westlichen, überwiegend evangelischen Mittelfranken zum Beispiel. Dort fiel der Nationalsozialismus auf besonders fruchtbaren Boden. Erst jetzt beginnt man dort, sich dieser Tatsache zu stellen. Zwei Bücher beschäftigen sich mit den frühen Nazi-Hochburgen Neustadt und Gunzenhausen. Hier wird unter anderem auch dargelegt, wie der braune Mob und protestantische Würdenträger zusammenarbeiteten.
Was interessiert mich mein Boykott von gestern
Den Nürnberger Medienvertretern brauchst du nur zwei hübsche Stewardessen hinstellen, dann schreiben sie, was du willst. So (etwas verkürzt natürlich) hatte sich der Marketingchef von Ryanair kürzlich mal in einem Interview geäußert. Da hat er aber nicht mit besagten Medienvertretern gerechnet. Die boykottiierten daraufhin die Ryanair-Events. Doch die Phalanx bröckelt. Ryanair lässt einen weiteren Flieger von Nürnberg aus starten. In Zeiten, in denen es sonst wenig Positives aus der Region zu vermelden gibt, muss da der Stolz halt hintan stehen.


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NZ
Peter Viebig
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